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- Judgement Day -

Da am Montag mein Urlaub vorüber ist, ich wieder arbeiten gehen muss und ich es bis jetzt nicht auf die Reihe bekommen habe, mich mit meinem "neuen Kind" auseinanderzusetzen, fange ich heute damit an. Quasi im Schnelldurchlauf.

Hoffentlich gehts gut...

Der neue Junge ist so ganz anders als der Kleine, den ich über ein halbes Jahr betreute und der mir in dieser Zeit ganz schön ans Herz gewachsen ist. Seltsam, das im Leben alles auf den Abschied abzielt.

Naja, die Sympthome des Kindes sind:

- Entwicklungsverzögerung
- Frühkindlicher Autismus
- Angst - und Zwangszustände
- AGRESSIVES VERHALTEN!

Nun hocke ich schon den ganzen morgen da, und versuche mich über aggressives Verhalten schlau zu machen. Wo kommt es her? Wie wird es ausgelöst? Wie bekommt man ein aggressives Kind in den Griff, ohne auf selbige Mittel zurückgreifen zu müssen?

Bis jetzt habe ich rausgefunden, das Aggressivität in manchen Fällen genetisch bedingt ist, in den meisten allerdings durch Lernen erworben und aufrecht erhalten wird. Sprich, wenn das Kind bemerkt, dass sich sein Verhalten lohnt, macht es weiter. Klingt in der Theorie doch ziemlich einfach. Solche Kinder haben meistens ein Problem mit der "Informationsverarbeitung", verstehen sie falsch und unterstellen vielen Menschen somit automatisch feindselige Absichten. Oft können hinter auffälligen Verhaltensmustern auch innere Verspannungen oder unausgetragene Konflikte stehen. Wut baut Spannung ab, ist klar! Der Teufelskreis beginnt, wenn das Kind anfängt sich durch sein Verhalten zu isolieren. Es stört durch seine Aggressionen, und nimmt sich damit selbst aus Störenfried war. Daraus resultiert, dass es sich der Zuwendung seiner Mitmenschen ungewiss wird (die schimpfen aufgrund des "Fehlverhaltens" auch alle mit ihm, was soll es auch sonst für Schlüsse ziehen?). Dadurch wird es immer aggressiver...Ich finds echt interresant, wie schnell so ein Teufelskreis entstehen kann und wie einfach er zu erklären ist, wenn man nicht selbst involviert ist!

ALLES REINE THEORIE!!!

Aus Erfahrung weiß ich, das die Theorie mit der Praxis so gut wie keine Gemeinsamkeiten hat.
Jedes Kind ist anders in seinen Gefühlen, Gedanken und der Art, sie auszudrücken.

Bei meinem "alten" Kind dauerte es fast 4 Monate, bis ich zu ihm durchgedrungen war. Am Ende der Betreuung waren aus uns Freunde geworde. Er malte mir Bilder und sprach mich von sich aus an (trotz Sozialphobie). Kurz gesagt - er vertraute mir und meinem Urteil.

Ich weiß schon jetzt, dass es mich verflucht viel Geduld und Einfühlungsvermögen kosten wird, an den Jungen ranzukommen. Ich weiß, dass es Situationen geben wird, in denen ich kurz davorstehen werde auszurasten und in mir der Gedanke aufkommen wird, das Alles hinzuschmeißen.
Was ich aber auch weiß ist, was passieren kann, wenn solch ein Verhalten, das Problem, nicht beachtet wird.

Vor 3 Monaten wurde mein Cousin in eine psychatrische Einrichtung eingewiesen. Vor etwa einer Woche stellte sich heraus, das seine Hilfeschreie zu spät gehört worden waren.

Er erhängte sich mit 22 Jahren....
3.8.11 16:00
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


catpills / Website (3.8.11 21:51)
Ja, die sind von mir vielen Dank (:

Was arbeitest du denn, wenn ich fragen darf?

liebe Grüße


dof / Website (4.8.11 16:00)
Mein "Beruf" nennt sich Integrationshelfer. Wenn du mehr wissen möchtest, google mal das Wort "Inklusion". Im Prinzip gehts darum, "behinderte" Kinder in den Altag einer Regelschule zu integrieren...Also ne Art Sozialpädagoge wenn man das so sagen möchte. (:

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